VEREINS GESCHICHTE

Gründung des Vereins

In Oberösterreich waren die Auswirkungen des 2. Weltkrieges noch zu sehen und zu spüren, vieles lag in Schutt und Asche. Langsam begann sich das tägliche Leben, so auch der Sport, zu normalisieren. Auch der Fußball kehrte wieder zurück und es gab die ersten Vereinsgründungen. Fußball wurde vor dem Krieg eigentlich nur in den größeren Orten und Städten gespielt.

Die ersten Jahre 

In Wilhering fassten Ing. Wilhelm Paschinger, Emmerich Stepanek und Franz Preining den Entschluss, einen Fußballverein zu gründen. Auf der Spielfläche in der Schöneringer Au folgte eine Übersiedlung in das Zentrum von Schönering (heute Rehazentrum). Um die für den Meisterschaftsbetrieb vorgeschriebenen Spielfeldausmaße zu erreichen, bedurfte es der Unterstützung des Grundbesitzers des anliegenden Grundstückes (Ramaseder), der die fehlende Fläche zur Verfügung stellte.

Die Voraussetzungen für einen Spielbetrieb waren sehr schwierig und aus heutiger Sicht nicht mehr vorstellbar. Die erste Dressengarnitur wurde aus Stoffresten gefertigt. Tornetze aus normalen Maschendrahtzäunen dienten als Ballfang. Mit Sägespänen von der Tischlerei Kremsleitner wurde das Spielfeld markiert. Das „Rasenmähen“ erledigten während der Woche die Kühe vom Plötzeneder, die am Sportplatz weideten. Vor Spielbeginn musste das Spielfeld von den Kuhfladen gesäubert werden. Es kam auch manchmal vor, dass ein Spieler in einem vergessenen Kuhfladen landete. 

Der Meisterschaftsbetrieb erfolgte in der Saison 1946/47 in der 2. Klasse, Gruppe A und man landete in der ersten Saison am vorletzten Platz. 

Ein sportlicher Höhepunkt im ersten kurzen Vereinsleben war der Gewinn der Herbstmeisterschaft 1948. Damals gab es auch die ersten Verstärkungen für die Mannschaft, die Spieler Markusen und Stangl wurden von Gallneukirchen geholt. Trotz tapferer Leistung im Frühjahr 1949 konnte der Platz an der Sonne nicht gehalten werden und der Meistertitel in der 2. Klasse Gruppe C ging an Eferding. 

Die beachtlichen Fortschritte der jungen Spieler schlugen sich im Jahr 1948 auch im Cup gegen den Oberligaklub Hertha Wels nieder, welches mit 2:3 äußerst knapp verloren ging. Diese ausgezeichneten Darbietungen wurden auch von der Wilheringer Bevölkerung wahrgenommen und so war es keine Seltenheit, dass sich mehr als 200 Zuseher bei den Heimspielen einfanden. 

 

Umzug nach Wilhering

Ein entscheidender Schritt in der Geschichte des SV Wilhering gelang im Jahr 1952. Es ist den Veranwortlichen des Zisterzienserstiftes Wilhering, allen voran Pater Maurus, dem dem Fußballsport sehr aufgeschlossen gegenüber stand, zu verdanken, dass eine neue Sportstätte bezogen werden konnte. Der Fußballplatz in Wilhering sollte dem SV Wilhering beinahe 30 Jahre als Heimstätte dienen. 

Im Spieljahr 1956/57 kämpfte der SV Wilhering gegen den Abstieg. Erst im letzten Spiel gegen den unmittelbaren Gegner ATSV Leonding konnte dieser mit einem 2:1 Sieg verhindert werden. Das Siegestor erzielte damals der 16jährige Rupert Stibal erst in der Schlussminute. Als Siegesprämie gab es für den Torschützen und Retter vom großen SV Wilhering-Fan, Herrn Habat, 20 Schilling. Zum Spiel in Leonding sind Herr Habat und Rupert Stibal mit dem Fahrrad gefahren.

 

Als sportlicher Höhepunkt in den 50iger Jahren ist der Herbstmeistertitel 1958 zu nennen. Wie aber auch schon 10 Jahre davor, gelang es auch diesemal nicht, den Meistertitel nach Wilhering zu holen. 

Der erste Meistertitel

Der größte Erfolg in der 22jährigen Vereinsgeschichte stellte sich im Spieljahr 1968/69 ein, als es sowohl der Kampfmannschaft als auch der Reservemannschaft gelang, den Meistertitel in der 1. Klasse Nord zu erreichen. Die Kampfmannschaft hatte nach einem spannenden Meisterschaftsfinale einen Vorsprung von zwei Punkten auf den Zweitplatzierten ATSV Pasching aufzuweisen. 

Dass auch in Wilhering ein internationaler Touch einkehrte, ist dem ehemaligen Nationalspieler Ferdinand Zechmeister zu verdanken, der ab der Saison 1970/71 die Trainerstelle übernahm. Der ehemalige LASK-Spieler streifte sich nach wie vor das Trikot über und dirigierte aus der Liberoposition seine Mitspieler. 

Im Spiel um den Aufstieg in die Landesliga im Juni 1972 spielte Wilhering in Steyregg. Die Ausgangsposition war die, dass im Falle einer Niederlage des Erstplatzierten Steyregg gegen Wilhering und gleichzeitigem Sieg von ATSV Steyr die Steyrer den Aufstieg schaffen würden. Im Vorfeld wurde viel Reklame gemacht und unser Trainer Ferdinand Zechmeister verstand es, in der Presse das Interesse für das Spiel anzuheizen. Sogar von Geldüberweisungen von Steyr nach Wilhering im Falle eines Sieges war die Rede. Es kam aber ganz anders, denn Wilhering spielte ganz schwach und verlor 0:3. Das Spiel wurde von Bundesligaschiedsrichter Erich Linimair geleitet und mit 1200 Zuschauern gab es Zuschauerrekord in Steyregg.

 

Nachwuchs in den 70igern

Mitter der 70iger Jahre hatte der Verein beachtliche Erfolge im Nachwuchs aufzuweisen. Die Juniorenmannschaft unter Wolfgang Schrammel zeigte jede Woche ihr Können in der 1. Klasse Mitte. Aber auch bei den 10 bis 12jährigen (Knaben) tat sich die Mannschaft des SV Wilhering mit besonderen Leistungen hervor. Im Spieljahr 1976/77 holten die Knaben in der Nachwuchsgruppe Eferding überzeugend den Titel.

In beinahe derselben Besetzung schaffte die Mannschaft später auch den Titel in der Schülergruppe Eferding (U14) und in der Saison 1979/80 den Titel in der Jugendgruppe Eferding (U16). Besonders erfreulich war der Titel aus dem einen Grund, weil dieser Jugendbewerb zum ersten Mal ausgespielt wurde. `

Mit dieser Mannschaft begann eigentlich die bisher größte Erfolgsgeschichte des SV Wilhering. Diese Mannschaft wurde in der Gruppe Eferding bei den Knaben, Schülern und Jugend Meister. Bemerkenswert dabei: in diesen Bewerben wurde alle Spiele gewonnen!

Neue Sportstätte in Schönering

Nach mehr als 25 Jahren auf dem Platzes des Stiftes Wilhering übersiedelte der Fußballtross nach Schönering. 

Im Jahr 1980 ging ein jahrelanger Wunsch der Fußballer in Erfüllung. In Schönering wurde im Zuge der Errichtung der Hauptschule auch eine neue Sportstätte mit zwei Spielfeldern und im Schultrakt integrierte Umkleidekabinen geschaffen. Möglich gemacht wurde dies durch die Gemeinde Wilhering, die von der Pfarre Schönering das Areal gepachtet und dem Sport zur Verfügung gestellt hat. Die Eröffnung der neuen Sportstätte brachte die gesamte Bevölkerung auf die Beine.

Angespornt durch die schöne Sportanlage zeigten die Fußballer in der Saison 1981/82 ihre Stärken und errangen den Herbstmeistertitel. Wie schon in den Jahren 1948 und 1958 fiel die Mannschaft im Frühjahr zurück und landete an dritter Stelle.

Erster Sponsorvertrag

Im Dezember 1980 wurde zwischen dem SV Wilhering und dem Erdbeerparadies Schönering (Hr. Minichmayr) ein Sponsorvertrag für 5 Jahre abgeschlossen. 

In der Saison 1981/82 konnte mit Mühe der Abstieg verhindert werden, wobei der Klassenerhalt erst im letzten Spiel sichergestellt werden konnte. In den beiden folgenden Jahren konnte ein gesicherter Mittelfeldplatz belegt werden, wobei in der Saison 1983/84 durchaus der Meistertitel möglich gewesen wäre, durch unglückliche Niederlagen in den entscheidenden Spielen allerdings vergeben wurde. Den Meistertitel schaffte hingegen den Reservemannschaft, der mit Franz Durstberger, der 41 Treffer erzielte, den Torschützenkönig der Liga stellte.

Der große Aufstieg 

Das Spieljahr 1986/87 brachte mit dem zweiten Meistertitel der Vereinsgeschichte einen lang ersehnten Erfolg. In einem an Spannung kaum zu überbietenden Meisterschaftsfinale konnte in einem Fernduell die Mannschaft von Ansfelden in die Knie gezwungen werden. Dabei hatten die Ansfeldner vor dem letzten Spiel die weitaus besseren Karten. Sie hatten einen Punkt Vorsprung und traten zu Hause gegen den Tabellendritten aus Eferding/Fraham an, während der SV Wilhering auswärts beim Tabellenvorletzten Sibbachzell antreten musste. Der SV Wilhering erfüllte durch den erwartenden Pflichtsieg sein Plansoll und musste auf einen Sieg der Eferdinger in Ansfelden hoffen. Als endlich die positive Nachricht aus Ansfelden telefonisch übermittelt wurde, war die Freude überschwänglich.

Nach dem Aufstieg in die Bezirksliga übernahm Oskar Schinko das Traineramt. Aufgrund einer intensiven Vorbereitung stellte sich auch gleich der Erfolg in der Bezirksliga Nord ein. Im ersten Meisterschaftsspiel hatte man als klarer Außenseiter bei Landesliga Absteiger Münzbach anzutreten. Bereits nach wenigen Minuten führte der Favorit mit 2:0. Doch mit Fortdauer des Spiels kam der SV Wilhering immer besser zurecht und deklassierte den Gegner mit 6:2. Am Ende der Herbstsaison stand der SV Wilhering wieder an erster Stelle. Auch im Frühjahr spielte die Mannschaft auf diesem Niveau weiter und stand bereits einige Runden vor Meisterschaftsende als Meister fest. 

Als Prunkstück der Mannschaft erwies sich auch in dieser Saison der Angriff. Dieter Paschinger und Karl Durstberger erzielten jeweils 25 Treffer und waren somit gemeinsam an erster Stelle der Torschützenliste. Besonders stolz konnte man darauf sein, dass die Mannschaft sich fast zur Gänze aus gemeindeansässigen Spielern zusammensetzte.

 

Die beiden folgenden Jahre verbrachte man in der 2. Landesliga Ost. In dieser Spielklasse machte sich das deutlich höhere Spielniveau bemerkbar und die sieggewohnte Mannschaft musste sich die Punkte hart erkämpfen. Konnte im ersten Jahr der sofortige Wiederabstieg mit viel Glück verhindert werden (durch die Auflösung des Sportvereines Chemie Linz) reichte es im zweiten Landesligajahr nur zum 13. Tabellenplatz, der diesmal allerdings den Abstieg bedeutete. Die Entscheidung um den rettenden 12. Tabellenplatz fiel dabei im letzten Spiel welches verloren wurde, während der unmittelbare Tabellennachbar punktete und somit dem Abstieg entrann.

Der sportliche Abstieg

Die folgenden Jahre waren geprägt vom permanenten Abstiegskampf. Konnte der Rückfall in die 1. Klasse in der Saison 1991/92 noch vermieden werden, war es in der darauffolgenden Saison aber soweit. Zu allem Überdruss konnte auch der Klassenerhalt in der 1. Klasse Mitte nicht geschafft werden, womit der Weg in die 2. Klasse angetreten werden musste. Als Folge dieser Negativserie zerfiel die Mannschaft und der Verein stand vor der Existenzfrage.

Dank des unermüdlichen Einsatzes von Sektionsleiter Franz Kaltenböck und der tatkräftigen Unterstützung des Betreuerduos Herbert Pichler und Erich Steininger gelang es dennoch Woche für Woche zwei Mannschaften für den Meisterschaftsspielbetrieb zu stellen. Trotz des sportlichen Misserfolges gebührt all jenen, die in dieser schwierigen Zeit dem Verein die Treue hielten, volle Anerkennung für die moralische Stärke. Neben den bereits genannten Personen sind noch Namen wie Erich Fattinger, Max Moser und Alfred Klinglmair, die jahrelang als Funktionäre, Nachwuchsbetreuer und Spieler tätig waren, besonders hervorzuheben. 

Nach Ende der Meisterschaft 1994/95 war Wilhering mit null Punkten und einem Torverhältnis von 14:140 die schlechteste Mannschaft Oberösterreichs. 

Unter Mithilfe von Gerhard Mittermair konnte im Spieljahr 1995/96 sportlich eine deutliche Rangverbesserung erzielt werden (Platz 6).

Das Aus des SV Wilhering, Sektion Fußball 

Nach den vielen Jahren der sportlichen Talfahrt hatten wir gehofft, dass unsere große 50ig Jahresfeier eine Trendwende bringen würde. Leider ist es dann ganz anders gekommen. Wir sind hoffnungsfroh und mit einer relativ guten Mannschaft in die Meisterschaft 1996/97 gestartet. Im Laufe der Meisterschaft ist es dann zur großen Krise gekommen und immer mehr Spieler haben dem Verein den Rücken gekehrt. Wegen Personalmangel mussten ständig die Reservespiele abgesagt werden, die Verbandsstrafen häuften sich. Der Knackpunkt war schließlich der 4. Mai 1997: wir verloren das Heimspiel gegen SV Alkoven mit 0:13. In weiterer Folge war es ein ständiges Hoffen und Bangen ob die Kampfmannschaft überhaupt antreten konnte. Zu den Heimspielen kamen nur noch eine Handvoll Zuschauer.

Zum letzten Meisterschaftsspiel in Hellmonsödt kamen nur mehr 5 Spieler, es fand daher kein Spiel statt. Die OÖ Nachrichten berichteten damals in großen Lettern: „Zerfallserscheinungen beim SV Wilhering“. 

Die Sektion Fußball stand  am Ende der Saison 1996/97 ohne Spieler und Trainer da.

 

Um den totalen Zerfall des Vereines zu verhindern, haben Funktionäre des Verbandes uns eine Spielgemeinschaft mit einem anderen Verein empfohlen. Im Juli 1997 wurde die Spielgemeinschaft Union Mühlbach/SV Wilhering vertraglich für die Dauer von zwei Jahren vereinbart. Der Nachwuchs spielte jedoch unter SV Wilhering weiter Meisterschaft.

Der Neubeginn

Nach der Auflösung der Spielgemeinschaft Mühlbach/Wilhering im Juni 1999 hat die Fußballsektion wieder mit Kampfmannschaft und Reserve den Meisterschaftsbetrieb in der 2. Klasse Mitte Nord aufgenommen. 

Zum ersten Meisterschaftsspiel im Derby gegen Union Mühlbach am 11.8.1999 kamen über 300 Zuschauer, das Spiel endete 1:1. Torschütze für den SVW war damals Klaus Neuhauser.

Im Sommer 2000 übernahm Gerald Trummer, zuvor langjähriger Spieler des SV Wilhering, das Traineramt. Unter seiner Führung konnte sich die Mannschaft weiter konsolidieren. Im April 2002 legte der langjährige Sektionsleiter Franz Kaltenböck sein Amt zurück, sein Nachfolger wurde Robert Harrer.

In der Saison 2005/06 konnte unsere Kampfmannschaft lange um den Aufstieg mitspielen, im Finish ist der Mannschaft aber sprichwörtlich „die Luft ausgegangen“. Am Ende reichte es für den vierten Tabellenplatz.

Aufstieg in die 1. Klasse und Neubau des Klubheims

Der langersehnte Aufstieg gelang dann in der Saison 2007/08 in der die Kampfmannschaft den zweiten Platz hinter Wallern erringen konnte. Damals erlitt man nur zwei Niederlagen, eben gegen Wallern, die nach dem Verkauf ihrer Lizenz mit einer landesligatauglichen Mannschaft die Meisterschaft in der zweiten Klasse bestritten haben. Da man im selben Jahr den Neubau des Klubheims feiern konnte, war die Freude doppelt groß.

Seit dem Aufstieg spielen wir durchgehend in der 1. Klasse Mitte und sind somit jener Verein, der sich am längsten in dieser Liga befindet. Größter Erfolg war der Vizemeistertitel in der Saison 2010/11, hinter dem Meister aus Niederneukirchen.